Dublin Temple Bar

Marsch-Orchester, kostümierte Tänzer und kuriose Schausteller: Für die große Parade an Irlands wichtigstem Feiertag strömt die ganze Welt in die irische Hauptstadt. Ein verschneites Wochenende in der Stadt des Shamrock

Für Iren gibt es zwei Arten von Menschen; die Iren und diejenigen, die gerne Iren wären. Und zumindest an diesem einen Tag im Jahr könnten sie damit Recht haben: Es ist St. Patricks Day. Dublin bedeutet „Schwarzer Teich“, doch schwarz ist am St. Patricks Day lediglich das Guinness, das in den unzähligen Pubs fässerweise in die pints fließt.

Sonst ist Grün die Farbe dieser Stunden; grün die Hüte auf den Köpfen der Schaulustigen, grün die Lichter, die die Häuser im Stadtkern anstrahlen, grün natürlich auch der berühmte shamrock, das dreiblättrige Kleeblatt und Symbol des Festtages. Gefeiert wird der Todestag des Bischofs Patrick, erster christlicher Missionar auf dem irischen Festland.

Wie beginnt man ein St. Patricks-Wochenende? Am besten in der Brauerei, von der das Land seine Harfe hat: Guiness. Als Irland 1922 die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich erlangte, benutzte man schlichtweg das durch das Bier bereits weltweit bekannte Symbol – jedoch drehte man die Harfe einfach um. So ist Irland vermutlich das einzige Land, das seine symbolische Identität einer Brauerei zu verdanken hat. Problemlösung the irish way.St. Patrick's Day in Dublin: Dem Klang der Harfe nach

St. Patrick's Day in Dublin: Auch Orchester sind bei der Parade dabei

St. Patrick's Day in Dublin: Ganze Marschorchester machen bei der Parade PartyGegen die Mittagszeit beginnt das eigentliche Spektakel, die St. Patricks Day-Parade. Quer durch das Zentrum der Hauptstadt führt ihr Weg; Vorbei am Spire of Dublin, ein riesiger Speer, der weit in den grauen, spätwinterlichen Himmel ragt und hinweg über die Liffey, die erst Dublin durchquert und schließlich in die Irische See mündet.

Dublin lockt zum St. Patricks Day die ganze Welt an

Am Rande der Strecke stehen über 500.000 Menschen aus aller Welt, trotz der Kälte, sogar trotz Schnee und eisigem Wind. Mitte März kann es kalt werden in Dublin. Doch sobald die Parade an einem vorbeizieht, ist die Kälte vergessen. Viel zu aufregend sind die zauberhaften Feen, die um aufwendig zusammengezimmerte Karussells herumtanzen. Langsam ziehen die Kostümierten die Straße entlang, eine Gruppe ist schriller als die andere: Feuerwehrbrigaden in schicken Uniformen, aufwendig geschmückte Pferdestaffeln, Kutschen, Fahnenträger, Cheerleader und viele viele Marschorchester, die aus aller Welt angereist sind. Aus Amerika zum Beispiel kommen sie, sogar von den Philippinen. Die größte Band hat über 360 Mitglieder und belegte bei ihrem Hinflug vermutlich alleine schon ein ganzes Flugzeug. Irgendwann zieht der letzte Wagen vorbei – und am liebsten möchte man noch einmal ganz nach vorne rennen.St. Patrick's Day in Dublin: Auch bei Schnee wird in Dublin gefeiert

St. Patrick's Day in DublinSo richtig interessant wird es dann aber erst am späten Abend, in den Pubs des berühmten Viertels Temple Bar, aber auch im restlichen Dublin. Zwar müssen die Pubs und Bars per Gesetz schon um Mitternacht ihre Läden schließen. Und das tun sie auch: Sie ziehen die Rollläden vor die Fenster und verschließen die Eingangstüren. Wenn die Polizei an den Pubs vorbeifährt, scheinen die Wirte ihre Pflicht getan zu haben. Das alles ist allerdings reine Fassade, denn drinnen wird weiter gefeiert und getrunken. Wer nach dem Abschließen der Eingangstüren noch in die Pubs will, muss erst anklopfen. Locking nennt sich diese kuriose aber unter Iren allseits bekannte Praxis.

Rugby und die Iren: Hier geht es um Leben und Tod

Neben seinem dunklen Bier und dem grünen Feiertag kennt man Irland vor allem für seine Rugby-Qualitäten. Ein Spiel einmal live und vor Ort mitzuerleben, die für ihr Team brennenden Massen zu erleben und mit einzustimmen, wenn der Ball von einem der Hünen über die Linie gewuchtet wird, ist ein Erlebnis, das man so schnell nicht vergisst. Vermutlich macht es sogar sehr viel Sinn, eine Reise an den Spielen der irischen Rugby-Mannschaft auszurichten.

Eines der größten Turniere dieses so wunderbar anzusehenden Sports ist das Six-Nations, eine einmal im Jahr stattfindende Rugby-Europameisterschaft. O-Ton unseres Hotel Managers zu diesem Turnier, gesprochen mit herrlich-irischem Akzent: „These games are more important than dying, believe me”. Man glaubt ihm.

Das Dublin-Gefühl, das man in dieser Stadt sehr schnell bekommt, ist rau und herzlich zugleich. Man fühlt es in den mit Teppich ausgelegten Pubs und in den Jahrhunderte alten Gassen der Altstadt. Dublin, ich komme wieder.

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Die Reise wurde unterstützt vom Guiness Storehouse und Tourism Ireland. Die Meinung des Autors bleibt davon völlig unangetastet. Mehr zu unseren Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit gibt es hier.

  1. Die Parade würde ich mir auch unglaublich gerne mal ansehen und Teil der grünen Masse werden, obwohl mir Dublin selbst gar nicht sooo wahnsinnig gut gefallen hat. Süß und eine tolle Vorstadt, aber irgendwie keine Stadt die lange hängen bleibt.

    Liebe Grüße,
    Anni

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