Ausflugsziele Leipzig: Feinkost Leipzig
Sachsen, Deutschland

Über Sachsen zu schreiben, bedeutete in den letzten Wochen nichts Gutes. Da ging es um Proteste, um Krawall und um politische Unstimmigkeiten. Immer wieder hat das Bundesland im Osten Deutschlands an diesen Schlagzeilen zu knabbern. Dabei verstecken sich hier auch Menschen, die Lust darauf haben, ihr Sachsen zu formen, zu verändern und einfach bunt und lebendig zu machen – genau so, wie es eigentlich sein sollte.

Sachsen scheint für viele nur einen Kurztrip wert zu sein, zum Beispiel für den Weihnachtsmarkt in Leipzig. Oder vielleicht auch nur, weil der Zug rein zufällig hier am übrigens wunderschönen Sackbahnhof einen Stopp einlegt. Dabei hat Sachsen so viel zu bieten!

Ausflugsziele Leipzig: Vom Erzgebirge mit seiner rauen Schönheit, über Leipzig, das Berlin im Hipsterlevel fast schon den Rang abläuft, bis hin zu den kleineren Städten, wie Chemnitz, die im hintersten Fabrikhof rechts eine moderne Kleidermanufaktur verstecken oder mal schnell ein ganzes Fabrikgebäude mit internationalen Künstlern pimpen. Sachsen kann was – und das vor allem abseits von dem, was wir in den letzten Wochen über das Bundesland gelesen haben.

Ausflugsziele Leipzig: Von Hypezig bis ins Erzgebirge

Ja, ja, als Berliner konnten wir den Leipzigern bisher nur mit zugekniffenen Augen bestätigen, dass auch sie verhipstert sind. Ein bisschen, vielleicht. Das hat sich beim letzten Besuch allerdings geändert.

Mitten auf der Karli, der Karl-Liebknecht-Straße und damit dem pochenden Herz der Bar- und Restaurantszene von Leipzig, liegt die Kunst- und Gewerbegenossenschaft Feinkost. Was erst unsexy klingt ist in Wahrheit ein Sammelsurium aus kleinen Läden, in denen das Handwerk groß geschrieben wird. Seien es handgemachte Schuhe bei „Fußgänger“, einheimische Kräuter bei der „Kräutermeise“ oder zusammengesuchte und liebevoll restaurierte Möbelstücke bei „Goldstein & Co.„.

Die haben übrigens als schickes kleines Möbelgeschäft nach der Wende angefangen und sich zunächst nur auf Industrielampen konzentriert. Damals haben sie sich dafür ordentlich Gelächter eingefangen. Mittlerweile aber, sind die Blechschirme hip, hängen in fast jeder Küche und sind nur noch eins von ganz vielen besonderen Möbelstücken, die hier im Laden stehen. Ein Tante-Emma-Laden für Industrial Design.Ausflugsziele Leipzig: Frühstück im Sol y Mar

Travellers Archive Insidertipp Leipzig: Gut stärken kann man sich im Restaurant „Sol y Mar“, in dem es leckere Salate, aber auch hippe Bowls und gestandene Wurstgerichte gibt. Eine Limo dazu – und Sachsen kann kommen.

Chemnitz: Der ungeliebte Bruder

Chemnitz versucht schon lange, aus dem Schatten seiner großen Geschwister Leipzig und Dresden zu treten, schafft es aber bis heute nicht. Das liegt zum einen sicher an den Schlagzeilen der letzen Wochen, zum anderen aber vielleicht auch daran, dass der Nicht-Chemnitzer schlichtweg nicht viel über Chemnitz weiß.

Das ist schade. Denn es gibt in Chemnitz viele Chemnitzer, die ihre Stadt lieben und alles dafür tun, die Vorzüge der ehemaligen Karl-Marx-Stadt auch charmant zu präsentieren. Eben so, wie es der moderne Reisende gern hat.

Felix, der Eierlikör-Mann von Eierlikörz

Dazu gehört Felix von Eierlikörz, der nach einem Silvester mit selbstgemachtem Eierlikör kurzerhand aus dem Omi-Getränk einen echt coolen Drink hat werden lassen. Heute gibt’s hier Sorten wie „Son of a Peach“, „Häzel Hoff“ oder aber einen Eierlikör mit Kokos – stilecht im Schokobecher, so wie es sich gehört.Ausflugsziele Leipzig: Eierlikörz

Mode frisch aus dem Atelier Bei der Thierfelder Manufaktur

Mit leicht einem in der Krone kann man in Chemnitz ganz gut in eine echte Mode-Manufaktur stolpern. Die gibt es hier nämlich wirklich noch. Die Thierfelder Manufaktur stellt jegliche Kleidungsstücke per Hand her. Dahinter steckt übrigens Doreen Thierfelder, eine echte Chemnitzerin.

Mit Kunst und Schmackes: Die Jungs von der IBUG

Zu den Menschen, die Chemnitz prägen, gehören auch die Jungs und Mädels von IBUG, dem Festival für urbane Kunst, das jetzt schon 13 Mal stattgefunden hat und immer wieder unter dem gleichen Motto läuft: Lasst uns alte, verlassene Industriegebäude schick machen und zwar mit Schmackes. Für letzteres sorgt ein Team aus rund 120 Künstlern, die innerhalb von ein paar Tagen aus grauen Wänden echte Kunst machen.Ausflugsziele Leipzig: Die IBUG in Chemnitz

Ausflugsziele Leipzig: Die IBUG in Chemnitz

Dieses Jahr fand die IBUG in Chemnitz statt, wo die ehemalige Nadel- und Platinenfabrik des VEB Kombinat Textima aufgehübscht wurde. In den 20ern gehörte diese Fabrik einer jüdischen Familie, die dann in der Zeit des Nationalsozialismus zu einer Rüstungsmaschinen-Fabrik wurde. Die ehemaligen Besitzer wurden im Zuge dessen deportiert – ein Thema, das auch innerhalb der IBUG aufgegriffen wurde.

Schick und edel: Das Viertel Kaßberg in Chemnitz

Cool sind auch die Inhaber der „Haamit“, die mit ihrem Café-trifft-Schreibwarenladen im schicksten Viertel von Chemnitz, nämlich auf dem Kaßberg, seit Jahren nicht nur guten Flat White zaubern, sondern auch schicke Einzelstücke und stylische Accessoires verkaufen.

Nebenan steht übrigens ein weiteres Herzensprojekt: „Emmas Onkel“. Emma ist ein Mädel und Emmas Onkel wollte schon immer mal ein Café haben. Angefangen hat das ganze mit einem kleinen Zirkuswagen, aus dem Kuchen und Kaffee verkauft wurde. Den gibt es heute immer noch – nur ist ein ganzes Restaurant dazu gekommen. Kuchen gibt es hier auch in schicker Atmosphäre und natürlich frisch gebacken von echten Chemnitzern.Ausflugsziele Leipzig: Kaßberg in Chemnitz

Der Kaßberg ist übrigens auch außerhalb von Läden und Cafés ein toller Ausflugsort an einem Tag in Chemnitz. Hier zeigt sich, warum die Stadt auch manchmal das „Paris von Sachsen“ genannt wird. Jugendstilhäuser stehlen den dichten Baumkronen die Show und die Fassaden der Gebäude strahlen mit den polierten Stolpersteinen im Boden um die Wette. Kein Wunder, dass der bevölkerungsreichste Stadtteil von Chemnitz zu den größten Gründerzeit- und Jugendstilvierteln Deutschlands gehört.

Travellers Archive Insidertipp Chemnitz: Frühstücken kann man in Chemnitz besonders gut im „La Bouchée“, das sich mitten in der Innenstadt befindet und die besten Croissants der Stadt hat.

Ausflugsziele Leipzig: Idylle in Oberwiesenthal im Erzgebirge

Oh, da wird es euch gefallen“, haben wir von der Familie gehört, die schon vor der Wende häufig im Erzgebirge war. Und ja, genauso war es auch! Das Erzgebirge ist nur etwa eine Stunde von Chemnitz entfernt. Und von dort ist es nur noch ein Katzensprung nach Tschechien. Den braucht man aber gar nicht zu machen, denn ein kleiner Aufenthalt im deutschen Teil des Erzgebirges ist für den Anfang völlig ausreichend.Ausflugsziele Leipzig: Oberwiesenthal im Erzgebirge

Der schnuckelige Ort Oberwiesenthal ist dank seiner Skisprungschanzen bei allen wintersportbegeisterten Menschen bekannt. Aber auch ohne weiße Schneedecke kann sich diese Region Sachsens sehen lassen. Sei es bei einer gemütlichen  Wanderung in Richtung Fichtelberg, bei einem kurzen Spaziergang entlang der Wälder oder auf einer Fahrt mit dem E-Mountainbike durch die Prärie – ein kurzer Urlaub im Erzgebirge tut der Seele gut.Ausflugsziele Leipzig: Oberwiesenthal im Erzgebirge

Ausflugsziele Leipzig: Oberwiesenthal im Erzgebirge

Abseits der Natur ist das Erzgebirge bekannt für seine vielen Traditionen, die besonders in der Weihnachtszeit präsent sind – zum Beispiel in  Form von Schwippbögen auf vielen deutschen Fensterbrettern. Daneben sind es kleine kegelförmige Glühstängel, die das Erzgebirge auch außerhalb von Weihnachten in viele Wohnungen bringt. Die Crottendorfer Räucherkerzen werden schon seit 80 Jahren gerollt, getrocknet und angezündet. Abgesehen von einem süßen Laden mit einem großen Sammelsurium an Produkten, findet man auch ein hübsches Restaurant mit leckeren Gerichten wie Soljanka oder Flammkuchen vor. Und daneben ist eine kleine Werkstatt, in der man selbst seine ganz eigenen Räucherkerzen herstellen kann. Hach!Ausflugsziele Leipzig: Oberwiesenthal im Erzgebirge

Travellers Archive Insidertipp Erzgebirge: Übernachten lässt es sich in Oberwiesenthal im Best Western Ahorn Hotel*, in dem es nicht nur ein gigantisches Frühstücksbüffet gibt, sondern auch eine Sauna. Am Abend gibt’s im „Kiwis Restaurant“ ein üppiges Grillbüffet – und Cocktails!

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Der Guide für die besten Ausflugsziele in Sachsen ist im Rahmen der Kampagne „So geht sächsisch“ entstanden. Danke an Kiss & Tell für die Einladung! Einige der Fotos sind von der wunderbaren Sophie Valentin. Merci!

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