Bretagne Tipps
Bretagne, Frankreich

Aus dem Radio trällern französische Chansons, am Horizont lässt sich hinter den aufgebauschten Wolken die Sonnen blicken und immer wieder wird die schnurgerade Straße durch kleine Kreisverkehre unterbrochen, in deren Mitte sich mal Fischerboote, mal Reetdachhäuser und mal Statuen von Salzbauern befinden. Es ist ein kleiner Vorgeschmack auf das, was vor uns liegt: die Bretagne und damit ein Fleckchen Frankreich, das alles in einem, aber vor allem verdammt echt ist.

Hier prescht der Atlantik gegen die bröckeligen Steinmauern, hier passt der Cidre perfekt zum Crêpes und hier sind die Dörfer so verschlafen, das man am liebsten selbst sofort in eines der kleinen, mit Flieder bewachsenen Häuschen ziehen würde. Zwischendrin werden die Traditionen aufrechterhalten – die Austernzucht, der Salzabbau und die traditionellen Strohdächer der Häuser mitten im Naturpark. Hier ist Frankreich irgendwie eigen. Es ist rau und sanft zugleich, es ist mal sonnig und mal wolkig, aber vor allem so echt, dass man den Bretonen wirklich jede Geschichte abnehmen würde – besonders nach dem ein oder anderen Gläschen Bier.

Die Bretagne ist vieles – sie ist ein Ort mit einer rauen Küste, ein Ort mit etlichen Wäldern und Radwegen, ein Ort mit kleinen Dörfern und ein Ort mit Geschichte und Kultur, in die man an fast jeder Ecke, in jeder Käserei und bei jedem Bissen Baguette ein bisschen tiefer eindringen kann. On y va – los geht’s mit unseren liebsten Bretagne Tipps!

Der Golf du Morbihan: Verschlafen schön und herrlich rau

Gekonnt legt sich die Landzunge der Halbinsel Rhuys in den Atlantik und trennt ihn vom Golf du Morbihan. Übersetzt aus dem Bretonischen heißt „mor bihan“ übrigens „kleines Meer“ und genau das ist es auch. Hier glitzert der Atlantik, während die knallgrünen Wiesen und Wälder den passenden Kontrast bilden. Hier fährt man mit dem Fahrrad durch die dicht bewachsenen Wälder oder spaziert an rauen Küstenstraßen am Meer entlang. Was man aber vor allem spürt, ist das echte Frankreich und die echte Bretagne, die hier in Form der Bretonen mit all ihrer Kultur und sprudelndem Cidre alle Herzen im Sturm erobert.

Vannes: Fachwerkhäuser in kopfsteingepflasterten Gassen

Auch wenn Vannes das größte Städtchen am Golf du Morbihan ist, hat es nur knapp 53.000 Einwohner. Doch das gibt dem ummauerten Stadtkern erst den richtigen Charme. Durch die Altstadt schlängeln sich kopfsteingepflasterte Gassen, die den traumhaft schönen und vor allem uralten Fachwerkhäusern den nötigen Halt geben.Bretagne Tipps: Die Fachwerkhäuser in VannesUnser Tipp: In dem Café „L’Entrechoc“ gibt es unzählige Arten von heißer Schokolade und viele hausgemachte Desserts – perfekt für einen kleinen Regenschauer, der, wie Cidre, einfach zur Bretagne gehört.

Sarzeau und Umgebung: Mit dem Rad über Stock, Stein und durch jede Windböe

Eine Sache, die man am Golf du Morbihan sehr gut machen kann, ist Fahrradfahren. Die Radwege sind zwar nicht immer perfekt gepflastert, doch damit umso authentischer. Mal führen schmale Waldwege durch knallgrüne Landschaften, mal geht es entlang der Hauptstraße und mal führt einen der Fahrradweg plötzlich direkt bis ans Meer.

Von Sarzeau aus ging es für uns mit dem Rad zuerst zu einer echten bretonischen Käserei, der „Ferme Fromagère de Suscinio“, in der schon seit 20 Jahren der für die Region so typische Käse „tome“ hergestellt wird. Direkt nebenan befindet sich das Schloss Suscinio, das sich wie eine Fata Morgana aus der bretonischen Landschaft erhebt. Zwischen kleinen mit lilafarbenen Flieder bepflanzten Häuschen steht dieser riesige Bau, das Château de Suscinio, in dem vor vielen Jahrhunderten die bretonischen Herzöge ihre Sommer verbracht haben.

Neben Austern, Cidre und Tome-Käse, ist die Bretagne vor allem für eins bekannt: für Salz. Das wird in echten Salzbänken abgebaut. Besuchen kann man diese Salzterrassen bei einer Führung mit der Salzbäuerin Nathalie, die die Herstellung des Salzes genauestens erklären kann – übrigens sogar kindergerecht.

Nach jede Menge frischer Salzluft ging es für uns da hin, wo das Salz seinen Ursprung hat: ans Meer. Der äußerste Zipfel der Halbinsel Rhuys nennt sich Port Navalo. Hier führt eine kleine Küstenstraße einmal um die Felsen herum und lässt den Besuchern nicht nur frischen Wind um die Nase wehen, sondern auch direkt vom nächsten Ferienhaus träumen.Bretagne Tipps: Die Salzfelder von Sarzeau

Unser Tipp: Wir haben auf dem Rückweg noch einen Stopp am Kayakverleih „Feet Kayak“ gemacht, von dem aus man einen wunderschönen Blick auf die beiden Landzungen Pointe de l’Ours und Pointe de Bernon hat.

Unser Hotel Tipp für den Golfe du Morbihan:
Übernachten am Golf du Morbihan kann man wunderbar im Hotel Lieu-dit Kerbot, einem kleinen Schloss, dessen Zimmer gerade erst frisch renoviert und modern eingerichtet wurden.

Carnac: Raue Meeresschönheit hinter den Hinkelsteinen

Die bretonische Stadt Carnac hat mehr als 3000 Hinkelsteine im Vorgarten. Mit Asterix und Obelix wollen die Einheimischen dennoch nur ungern in Verbindung gebracht werden – auch wenn man die Bilder von Obelix und seinen Hinkelsteinwürfen beim Betrachten der steinernen Ungetüme kaum aus dem Kopf bekommt. Die Geschichte der zum Teil riesigen Steine kann man in einem direkt angeschlossenen, hochmodernen Museum hautnah erleben und vielleicht, ganz vielleicht, gibt es ja bald auch eine zu 100% sichere Erklärung dafür, warum 3000 Hinkelsteine in Reih und Glied mitten in Carnac stehen. Denn bis heute ranken sich nicht viel mehr als Mythen und Sagen um die Steinblöcke. Bretagne Tipps: Hinkelsteine in CarnacBretagne Tipps: Die weiten Strände von CarnacAuch abseits der Steine, hat das Küstenstädtchen Carnac jede Menge zu bieten. Kilometerlange Strände schlängeln sich die Küste entlang, während man im Zentrum von einem süßen Laden in den nächsten stolpert. Hier gibt es Sardinenbüchsen voller Tradition und Kekse, die auf eine jahrzehntelange Backkunst zurückblicken. Und dann gibt es natürlich noch die Austern, die man am besten direkt vor Ort auf einer Austernfarm schlürft. Frischer geht es nicht.

Unser Tipp: Abgesehen davon, dass man in Carnac sehr gut essen kann, erlebt man ein Stückchen echte Bretagne mitten in der „Bar Breton“. Hier treffen sich Tag für Tag die Einheimischen und genießen bei bretonischem Bier die letzten Sonnenstrahlen beim Plausch.

Unser Hotel Tipp für Carnac:
Übernachten in Carnac kann besonders gut im Hôtel Spa le Tumulus, das sich auf einem künstlich errichteten Hügel befindet und somit einen traumhaften Blick über die Kleinstadt und den glitzernden Atlantik bietet.

Brière: Knallgrün und zum Glück in der Zeit stehen geblieben

Manchmal sehnt man sich danach, dass die Zeit etwas langsamer vergeht. Man wünscht sich, dass man Momente noch intensiver genießen könnte und, dass man einfach mal ein paar Stunden an einem Ort sitzen und das Geschehen beobachten kann. In der Bretagne geht all das ganz gut. Nämlich im Naturpark Brière.

Mitten in der Sumpf- und Lagunenlandschaft Brière schlängeln sich Flüsse durch den Naturpark. Hier kann man auf kleinen Jollen genauso schippern, wie schon vor etlichen Jahren, als hier noch Torf abgebaut wurde. Zwischendrin träumt man sich durch verwunschen Dörfchen, in denen die Häuser mit ihren perfekt geschnittenem Strohdach bei Wind und Wetter ihren Mann stehen.Bretagne Tipps: Der Naturpark Brière

Der Naturpark Brière ist wie ein Kurzurlaub im Urlaub, er ist eine echte Wellnesskur für die Lunge und lässt den Puls ganz von allein auf ein solch ruhiges Level herunterfahren, wie es in der schnelllebigen Zeit kaum noch möglich ist.

Unser Tipp: Von Carnac kommend sollte man unbedingt einen Stopp in dem verträumten Dorf Saint-Piriac einlegen, das nicht bretonischer sein könnte. Eine Bilderbuch-Bretagne vom Feisten!

Unser Hotel Tipp für Brière:
Übernachten kann man im Naturpark Brière besonders gut im Häuschen von Bénédicte und seiner Frau. Einfach online das Chambres d’Hôtes de Ker Holen buchen und einen Urlaub bei echten Bretonen verbringen. Die beiden Zimmer in ihrem urigen Anwesen sind wunderbar detailverliebt eingerichtet. Zum Frühstück gibt es alles, was man selbst zuhause herstellen kann – von Crêpes über Joghurt bis hin zu selbst gemachter Marmelade.

Die Reise entstand in Zusammenarbeit mit dem Tourismusamt der Bretagne und den Radiosendern Big FM und RPR1. In der zweiten und dritten Maiwoche werden Radiospots ausgespielt, in denen ihr mehr über die Bretagne und unsere Reise erfahren könnt. Wie immer wurde unsere Meinung nicht beeinflusst. 

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  1. Monika Schafus

    Wir lieben die Bretagne auch sehr
    Danke sehr informativ

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