Robbenfrau Insel Kalsoy
Inhaltsverzeichnis

Die kleine Insel Kalsoy im Norden von Färöer ist das Zuhause von nicht mehr als 80 Menschen und einer Menge Schafe. Dazu kommen knallgrüne Wiesen, kurvige Serpentinen und der tosende Atlantik, der, wie immer, wunderbar pittoresk war und sich von seiner allerschönsten Seite zeigt – und das an jedem Tag.

Die meisten Reisenden kommen nach Kalsoy, um zum berühmten Kallur Leuchtturm zu wandern und die Robbenfrau zu besuchen. Wir haben beides an einem Tag gemacht – hat super gepasst und ist nicht in Zeitdruck ausgeartet.

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Fakten: Insel Kalsoy

Wo liegt die Insel Kalsoy?
Die Insel Kalsoy ist eine der 18 Inseln der Färöer und liegt im nördlichsten Norden des Landes. So weit im Norden, dass sie sogar eine offizielle “Außeninsel” der Färöer ist und zu den Nordinseln gehört. Zu den Nordinseln gehören neben Kalsoy übrigens auch Borðoy, Fugloy, Kunoy, Svínoy und Viðoy.

Wie erreicht man die Insel Kalsoy?
Die drei Inseln Kalsoy, Fugloy und Svínoy sind mit der Fähre zu erreichen (dazu mehr im Abschnitt “Anreise”), während die Orte der Inseln Borðoy, Kunoy und Viðoy mit einem System aus Dämmen und Tunneln miteinander verbunden sind.

Was kann man auf der Insel Kalsoy sehen?
Bekannt ist die Insel Kalsoy für die spektakuläre Wanderung zum Leuchtturm Kallur und die stets in den höchsten Wellen stehende Robbenfrau. Beides kann man wunderbar auf einem Tagesausflug erleben.

Welche Orte gehören zur Insel Kalsoy?
Touristisch interessant sind vor allem die Orte Trøllanes, in dem 19 Menschen leben, und Mikladalur mit 34 Einwohnern. Ansonsten gibt es noch den Ort Húsar mit 47 Einwohnern und Sydradalur mit 6 Einwohnern.

Wie groß ist die Insel Kalsoy?
Kalsoy ist 18 km lang und 1 bis 3 km breit.

Fun Fact: Übersetzt heißt die Insel übrigens Männerinsel. Wir schieben das auf den häufigen Nebel, der irgendwie männlich wirkt. Das war’s aber auch schon…Mit Fähre auf die Insel Kalsoy

Anreise

So klappt die Fährfahrt von Klaksvik nach Kalsoy

Mehrmals täglich fährt eine Fähre vom Hafen in Klaksvik nach Kalsoy. Die Fähre selbst ist viel kleiner als alle anderen Autofähren, die wir in den Färöer gesehen haben. Deswegen ist es wichtig, früh genug am Hafen anzukommen. Dort gibt es drei Reihen, in die man sich als Autofahrer einreihen muss: eine Reihe für Einheimische, eine Reihe für große Fahrzeuge und eine Reihe für Touristen in kleinen/normalen Autos. Eine Stunde vor Abfahrt da zu sein ist ein guter Schnitt, um wirklich ganz sicher auf die Fähre zu kommen, denn Tickets kann man leider nicht im Voraus buchen.

In etwa 15 Minuten vor Abfahrt wird die Fähre geöffnet. Nach und nach wird dann Auto nach Auto nach vorn zum Ticketmann gebeten und dann durch einen echten Profi auf der Fähre eingewiesen. Kleiner Tipp: Alle außer der Fahrer bzw. die Fahrerin sollten vorm Einweisen auf der Fähre das Auto verlassen, denn es wird sehr eng!

Auf der Fähre selbst gibt es an Deck ein bisschen Platz, um die Fahrt zu genießen. Sollte es stürmisch sein oder regnen, gibt es auch noch einen kleinen Aufenthaltsraum im Bauch der Fähre – inklusive Bonbon-Maschine!

Die Überfahrt nach Kalsoy dauert ca. eine halbe Stunde und kostet 160 DKK für das Auto inklusive Fahrer und 40 DKK für jeden weiteren Mitfahrer – der Preis gilt für beide Strecken. Das heißt, für die Rückfahrt braucht man nicht noch einmal zahlen. Gezahlt wird übrigens mit der Karte oder Cash.

À propos Rückfahrt: Auch hier gilt es, früh genug da zu sein. Häufig sind bei der Rückfahrt mehr Autos in der Schlange, als bei der Hinfahrt. Doch, weil die Färinger einfach super nett sind, kommen sie ab und an noch einmal außerplanmäßig mit der Fähre zurück, um die Autos abzuholen, die es bei der ersten Fahrt nicht auf die Fähre geschafft haben.

Fährzeiten von Klaksvik nach Syðradalur auf Kalsoy:
Winter (1. September – 31. April): 8:00, 10:00, 15:30 und 17:15
Sommer: (1. Mai – 31. August): 8:00, 10:00, 14:50, 16:10 und 17:15

Sehenswürdigkeiten

Wir haben schon oben erwähnt, dass die Insel Kalsoy für 2 Dinge bekannt ist: den Kallur Leuchtturm und die Robbenfrau. Wie genau ihr beide erleben könnt, erklären wir euch im Folgenden:

Kallur Leuchtturm: Wanderung

Er ziert fast jeden Reiseführer der Färöer – der Kallur Leuchtturm. Kein Wunder also, dass er in ungefähr allen Hitlisten auftaucht, in denen die Highlights von Färöer genannt werden.

Achtung: Wir hatten extrem schlechtes Wetter bei unserer Wanderung zum Leuchtturm Kallur. Wir können euch deswegen keine wirklich guten Bilder zeigen, aber schaut doch mal hier.

Um den Kallur Leuchtturm zu sehen, geht es auf eine kleine Wanderung. Die ist aber im Vergleich zu anderen Wanderungen in den Färöer recht einfach und gut zu meistern. Bei einem moderaten Tempo sollte man ca. 45 Minuten pro Strecke einplanen – aber erst einmal auf Anfang.

Vom Fährhafen auf Kalsoy geht es mit dem Auto nach Trøllanes, denn hier startet die Wanderung. Der Weg dorthin führt durch die für Färöer typischen einspurigen Tunnel. Die sind am Anfang zwar gruselig, am Ende gehören sie aber einfach zu einem Trip auf Färöer dazu.Kallur Leuchtturm

In Trøllanes gibt es einen kleinen Parkplatz, auf dem eigentlich alle Wanderer parken, die sich zum Leuchtturm aufmachen. Hier ist auch ein Häuschen mit einer Toilette und eine kleine Karte über die Region.

Mit dem Toilettenhäuschen auf der rechten Seite und dem Parkplatz hinter dem Rücken, leitet ab jetzt eine asphaltierte Straße den Weg zu einem roten Tor – dem Startpunkt der Wanderung. Durch das Tor hindurch (bitte direkt schließen!) geht es rechts direkt steil bergauf und mitten hinein in saftiges Grün. Je nach Witterungsbedingungen kann der Wanderweg sehr feucht und rutschig sein. Da der Weg an sich auch nicht ausgebaut ist (zum Glück!) kann es an einigen Stellen holprig werden. Wir empfehlen wirklich gute Wanderschuhe und wasserdichte Kleidung, denn neben dem feuchten Gras werden hier auch kleine Flüsse überquert.

Eigentlich ist der Wanderweg einfach zu finden. Doch, wie überall auf den Färöer, kann es innerhalb von Sekunden zu dichtem Nebel kommen. Eine kleine Faustregel für die Kallur Wanderung ist, immer das Meer auf der rechten Seite zu haben.

Oben angekommen steht der Kallur Leuchtturm in absolut bester Position – im Hintergrund die knallgrünen Hügel, unten der tosende Atlantik. Auch hier gilt jedoch, wie überall auf den Färöer, bitte nicht überall herumwandern und ab und zu an die Natur denken.

Wieder unten am Parkplatz angekommen, kann man noch einmal durch das kleine Örtchen schlendern, das aus ein paar Häusern besteht und sogar einen kleinen Kiosk hat, der allerdings nicht immer geöffnet ist. Unten an den Klippen kann man, wenn es die richtige Jahreszeit ist, bei ganz viel Glück ein paar Papageientaucher beobachten – oder einfach nur mit Blick auf den Atlantik kurz über die Schönheit der Färöer nachdenken.

Wichtig: Vor der Wanderung nach unten, kurz nochmal die Fährzeiten checken, um sicher zu gehen, dass man auch wieder nach Klaksvik kommt.

Hier sind die Zeiten für die Fähre ab Syðradalur:
Winter (1. September – 31. April): 15:50, 17:35, 18:50 und 22:35
Sommer: (1. Mai – 31. August): 14:20 (Sa und So), 15:10, 16:30, 17:35, 18:50 und 22:35Robbenfrau auf der Insel Kalsoy

Die Robbenfrau – und ihre Geschichte

Auf dem Weg zurück in Richtung Fähre kommt auf der linken Seite die Abzweigung in das Dorf Mikladalur, in dem sich die berühmte “Robbenfrau” befindet. Die 2,5 Meter große bronzene Stahl-Statue steht seit 2014 pittoresk direkt auf den Felsen im Hafen von Mikladalur und erzählt eine Geschichte, die ganz sicher jeder Färinger in- und auswendig kann.

Es gibt eine Sage, in der erzählt wird, dass einmal im Jahr die Robben aus dem Meer an Land dürfen, dort ihr Fell ablegen und einen Abend als Mensch verbringen. Sie dürfen tanzen und richtig Spaß haben. An einem Abend verliebte sich ein junger Bauer in ein Robbenmädchen. Er versteckte ihr Fell, sodass sie nicht mehr ins Meer zurückkehren konnte, wie alle anderen Robben. Der Bauer zwang sie dazu, ihn zu heiraten, ihm Kinder zu schenken und mit ihm zu leben. So lange, bis die Robbenfrau den Schlüssel zu einem Schrank fand, in dem ihr Fell versteckt wurde. Sie zog es sich also an und verschwand wieder im Meer. An einem Abend, bevor der Bauersjunge auf Robbenjagd gehen wollte, erschien die Robbenfrau ihm im Traum und warnte ihn davor, ihren Robbenmann und ihre Robbenkinder zu töten. Der Bauer jedoch tötete alle und kochte daraus eine Suppe, die er zu Hause mit seinen Kindern aß. Als Rache dafür, erschien die Robbenfrau in Form einer riesigen Trollfrau im Wohnzimmer des Bauern und verfluchte die gesamte Insel. Ihr Fluch besagt, dass so viele Männer aus Kalsoy von den Klippen stürzen oder auf See sterben sollte, dass sie gemeinsam einen Kreis um die Insel machen könnten. Bis heute ist diese Zahl noch nicht erreicht, jedoch wird der Tod auf See immer noch auf den Fluch der Robbenfrau geschoben. Hinter der Sage steckt jedoch ein größerer Gedanke, doch den verraten wir hier nicht, denn der lässt sich am besten vor Ort mit Blick auf die Robbenfrau erörtern. Hinterlasst uns am besten einen Kommentar mit euren Ideen, wir freuen uns drauf!

Unterkunft

Die meisten Besucher erkunden die Insel Kalsoy innerhalb eines Tagesausflugs. Das geht auch ziemlich gut, sofern ihr möglichst früh die Fähre ab Klaksvik nehmt und am Nachmittag einfach wieder zurückfahrt. Mittlerweile könnt ihr aber auch direkt auf Kalsoy übernachten. Unsere liebsten Unterkünfte auf Kalsoy findet man bisher nur auf Airbnb. Und das Beste? Wir schenken euch 35 Euro für die erste Buchung, wenn ihr über diesen Link bucht.

Hübsche Unterkünfte auf Kalsoy:
Ein hübsches Haus in Mikladal
Eine Unterkunft direkt bei der Robbenfrau
Tipp: Wenn ihr nicht die besten Frühaufsteher seid, dann könnt ihr auch einfach direkt in Klaksvik übernachten. So habt ihr es am Morgen einfacher, möglichst früh an der Fähre zu sein.

Unterkünfte in Klaksvik auf Booking finden

Allgemeine Tipps

Wie überall auf den Färöer, kann man auch auf Kalsoy selten das Wetter einschätzen. Es kann sein, dass es plötzlich unglaublich neblig ist, es regnet oder der Himmel sich öffnet und die Sonne knallt. All das gehört zu du Färöer dazu. Wichtig ist nur, dass ihr genug Zeit, für einen solchen Tagestrip einplant. Es bringt nichts, auf den Färöer alles möglichst schnell abzuhaken. Nehmt euch mindestens drei Stunden für die Wanderung zum Leuchtturm. So könnt ihr auf dem Weg halten, um Fotos zu machen und am höchsten Punkt ganz entspannt euer Mittagessen mit bestem Panoramablick genießen.

Abgesehen von eurer eigenen Sicherheit, die immer im Vordergrund stehen sollte, ist es auch wichtig, auf die Natur zu achten. Die Färöer sind nur so schön, weil bisher wenig Touristen hergereist sind. Ihr könnt die Schönheit erhalten, in dem ihr nachhaltig reist, keine neuen Trampelpfade schafft und euch vor Ort genau so verhaltet, wie ihr es auch zu Hause tun würdet.

Packliste

Richtig gute Wanderschuhe:
Der Weg ist rutschig, matschig, steil und führt teilweise durch kleine Flussbetten

Unser Vorschlag für Damen
Unser Vorschlag für Herren

Wasserfeste Kleidung:
Das Wetter auf den Färöer ist wenig beständig, bereitet euch auf alles vor. Wir hatten einen warmen Fleecepulli und eine schützende Regenjacke von Jack Wolfskin dabei.

Unser Vorschlag für Herren
Unser Vorschlag für Damen

Powerbank
Gerade die Wanderung zum Leuchtturm sind echte Highlights für alle, die gern Fotos schießen. Also, schnappt euch die aufgeladene Powerbank – sicher ist sicher!

Unser Vorschlag

Mittagessen
Nirgendwo schmecken Brote besser, als auf einem knallgrünen Hügel mit Blick auf den Atlantik, ganz sicher.

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Reiseführer

The Land of Maybe: A Faroe Islands Year
  • Ecott, Tim (Autor)
  • 288 Seiten - 12.03.2020 (Veröffentlichungsdatum) - Short Books (Herausgeber)
Reise Know-How InselTrip Färöer: Reiseführer mit Insel-Faltplan und kostenloser Web-App
  • Titz, Jörg-Thomas (Autor)
  • 144 Seiten - 15.07.2019 (Veröffentlichungsdatum) - Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH (Herausgeber)
Färöer: Mit 14 Wanderungen und Empfehlungen für Island-Reisende: Mit 14 Wanderungen und Empfehlungen für Island-Transitreisende
  • Wachter, Alexander (Autor)
  • 264 Seiten - 19.01.2018 (Veröffentlichungsdatum) - Edition Elch (Herausgeber)

Fragen & Tipps

Habt ihr noch Fragen zu unserem Ausflug auf die Insel Kalsoy? Dann hinterlasst uns einfach einen Kommentar.

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