Inhaltsverzeichnis


Wer den berühmtesten Kaktusgarten der Kanarischen Inseln sucht, wird in Lanzarote fündig. Dabei ist der Jardín de Cactus alles andere, als ein simpler Garten voller Kakteen, sondern ein Meisterwerk des berühmten Inselkünstlers César Manrique, der die Kanarische Insel geprägt hat, wie kein anderer.

Der Kaktusgarten liegt nur 16 km von der Hauptstadt Arrecife entfernt und ist eine Oase inmitten der kargen Landschaft der Insel. Er zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten von Lanzarote und ein Besuch ist ein schöner Ausflug während des Lanzarote-Urlaubs. Kein Wunder, dass der botanische Garten jährlich von 250.000 Menschen besucht wird. Vor allem im Frühling, wenn die Kakteen in voller Blüte stehen, kommen Kakteenliebhaber aus aller Welt.

Sucht ihr noch mehr Tipps für Lanzarote? Dann schaut mal hier:
Die 22 schönsten Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote
César Manrique in Lanzarote: Das sind seine 15 schönsten Werke
22 Tipps für Arrecife auf Lanzarote

Blick auf den Jardin de Cactus in Lanzarote

Was macht den Jardín de Cactus so besonders?

César Manrique, der weit über die Grenzen von Spanien hinaus berühmt ist, machte den stillgelegten Steinbruch (Rofera) für Lava-Asche (Picón) zu seinem Herzensprojekt. Es wurde sogar das letzte große Werk vor seinem tragischen Unfalltod in 1992. Und was für eines!

Manrique ließ in die Flanken der 5.000 Quadratmeter großen steinernen Landschaft Terrassen schlagen und 4.500 Kakteen und Sukkulenten von 450 verschiedenen Arten aus 13 Gattungen aus allen Kontinenten verpflanzen. Die wurden aber nicht einfach lieblos hier und da eingepflanzt, sondern liebevoll und in Perfektion dahin drapiert. Die karge Landschaft verwandelte er in ein so riesiges Sammelsurium von Kakteen, dass man als Besucher in einem riesigen Gesamtkunstwerk lustwandelt.

Die Geschichte des Steinbruchs

Als die Mühle neben dem heruntergekommenen Steinbruch 1973 renoviert wurde, kam César Manrique auf die Idee der Umwandlung in den heutigen botanischen Garten. Während er den Entwurf dazu noch in den 1970er Jahren fertigstellte, wurden seine Pläne erst 1989 von der Inselregierung genehmigt und nach zwei Jahren Bauzeit 1991 eröffnet.

Seine Vision war wirklich geworden: Die einer Wiederbelebung eines von Menschenhand zerstörten Vulkanlandschaft. Wie so oft erreichte Manrique auch bei diesem Kunstwerk sein ewiges Ziel, Kunst und Kultur mit der Natur in Einklang zu bringen. Wie schon beim Mirador del Rio oder dem Jameos del Agua ist es ihm mit Bravour gelungen.

Ob ihm die Idee beim Betrachten des Umlands kam? Die Felder rund um den Jardín de Cactus sind voller Feigenkakteen (Opuntien), auf denen Schildläuse (Cochinille) gezüchtet werden, aus denen man wiederum rote Farbe für die Textilindustrie, aber auch für Lippenstifte und Getränke gewinnt.

Wie entstand der Jardín de Cactus?

Lava- und Basalt-Terrassen wurden geschaffen, Teiche wurden angelegt und Goldfische umgesiedelt. Seither gedeihen die Kakteen in der schwarzen Lavaerde in allen erdenklichen Farben und Formen. Das Geheimnis: Das Vulkangestein speichert den Tau und lässt die Pflanzen auf der kargen Insel gut gedeihen. Dieser Erkenntnis der Inselbauern wird im Trockenfeldbau (z.B. im Weinanbaugebiet La Geria) bis heute genutzt und Manrique errichtete den Bauern dafür sogar ein Denkmal: das Monumento al Campesino.

Im Jardin de Cactus führt das gute Wachstum der Kakteen und Sukkulenten zu wilden Szenen: Spitze Stacheln erheben sich neben fleischigen Blätter und aus dicke Stämmen bahnen sich zarte Blüten den Weg in die Freiheit.

Alles kommt mit einer fast japanischen Perfektion daher, inszeniert und verewigt vom größten Künstler Lanzarotes höchstpersönlich. Obwohl es Manrique vermutlich vielmehr um die Kunst, als um die Natur ging, sind die Kakteen mit Schildern versehen, die mehr über ihre Hekunft verraten.

Was muss man beim Besuch des Kaktusgartens beachten?

In diesem kleinen Guide erklären wir euch alles, was ihr für den Besuch des Jardín de Cactus wissen müsst: mit unseren besten 7 Tipps. Zusätzlich geben wir alle wichtigen Infos zu Öffnungszeiten, Eintrittspreisen, Anreise und mehr.Blick auf den Kaktusgarten von Manrique

Fotospot

Schon an Eingang wähnt man sich eher in einem einzig großen Stillleben, als in einem Steinbruch. Bis heute sind die Kakteen bestens gepflegt, scheinen teils wie gemalt. Den besten Eindruck vom Kakteengarten macht man sich direkt hinter dem Eingang.

Kaum hat man den kleinen Durchgang überwunden, bekommt man den ersten, weiten Panoramablick auf die gesamte Anlage, die wie ein kreisrunder Kessel vor einem liegt. Ein bisschen wirkt der Kaktusgarten dabei wie ein Amphitheater. Kakteen verschmelzen mit ihrem Umfeld, als gehörten sie genau hier hin und nirgendwo anders.

Die Lage oberhalb des Kessels macht diesen Spot auch zum besten Fotospot des Jardín de Cactus in Lanzarote. Denn am anderen Ende des Kaktusgartens thront über allem eine große, alte Mühle.

Gofio-Mühle

Die erste Runde durch den Jardín de Cactus führt durch die labyrinthartigen Wege und wahrscheinlich automatisch auf die andere Seite, zur der seit 1973 wundervoll restaurierten Gofio-Mühle. Dabei handelt es sich bei Gofio um das Mehl, das aus geröstetem Getreide, wie z.B. aus Weizen, Gerste oder auch Mais hergestellt wird.

Das Tolle dann der Gofio-Mühle: Man darf sie betreten und sogar über eine steile Holztreppe nach oben steigen. Das Mühlrad, den Aufschütttrichter (auch Trimmel genannt) und den Rüttelschuh einer so alten Mühle mit eigenen Augen sehen, das kann man nicht überall.

Darüber hinaus macht die Maismühle im Kaktusgarten auch ein besonderes schönes Fotomotiv – vor allen dank der tausenden Kakteen, die sich vor ihr wie ein gelb-grünes Pflanzenmeer ausbreiten.

Von hier oben hat man einen weiteren tollen Ausblick auf den Jardín de Cactus und kann später über die oberen Spazierwege in den Terrassen weiterspazieren.Cafeteria im Kaktusgarten auf Lanzarote

Cafeteria

Direkt unterhalb der Mühle befindet sich eine hübsche Cafeteria (geöffnet von 10:00 bis 16:45 Uhr), die ebenfalls aus regionalem Vulkangestein auf eine große Terrasse gebaut wurde. Wer hier nicht wenigstens für einen Cortado stoppt, verpasst etwas. Nämlich eine wunderbare Aussicht auf die Kakteen, gepaart mit der angenehmen Atmosphäre, die allen Restaurants innewohnt, die vom Maler, Architekten, Künstler und Bildhauer César Manrique erdacht und erbaut wurden.

Schon allein die Architektur der “Bar & Cafetería – Jardín De Cactus” im Kakteengarten ist eine Augenweide.

Tipp: Für einen kleinen Perspektivwechsel sollte man im Inneren der Cafeteria unbedingt einmal die Wendeltreppe nach oben steigen – oder aber die Cafeteria durch eben diese Treppe von oben betreten. Sehenswert ist auch das Kunstwerk aus Stahl und gläsernen Kugeln, das die Wendeltreppe in der Mitte ziert.

Das Menü umfasst übrigens weit mehr als nur eine gute Kaffeeauswahl. Hier kann man auch gut speisen. Das Menü reicht von Tapas und Papas Arrugadas bis zu Oktopus im kanarischen Stil. Natürlich alles genau so, wie es sich der Meister höchstpersönlich gewünscht hat: mitten im besonderen Ambiente des Kaktusgartens.

➜ Hier geht’s zur Speisekarte

Toilettenschilder

Wenn selbst die Toilette zum Highlight wird, muss es sich auf Lanzarote um ein Werk von César Manrique handeln. Tatsächlich werden im Jardín de Cactus selbst die Toilettenschilder zur Attraktion. Denn für die hat sich Manrique originelle Kunstwerke für Männlein und Weiblein einfallen lassen. Reine Toilettenkunst.Ausblick aus dem Lavazimmer im Kaktusgarten

Lavazimmer

Beim Verlassen des Jardín de Cactus passiert man zwei seitlich liegende Zimmer, die wie kleine Wartezimmer anmuten und die genauso wie die Terrassen in den Fels geschlagen wurden. Ein Blick hinein lohnt sich.

Hier hat César Manrique seine frühe Vorstellung einer zeitlosen Sitzecke in die Tat umgesetzt, und das weit vor der Zeit in der es hip ist, sich Bücher als Coffee Table Books neben das Sofa zu legen. An den Wänden hängen bunte Kunstwerke von Manrique, die Atmosphäre ist heimelig und durch runde, selbst extrem fotogene Fenster, erhascht man einen tollen Blick auf den Kaktusgarten.Riesenkaktus bei der Einfahrt zum Kaktusgarten von Manrique

Riesenkaktus

Seht ihr bei der Zufahrt zum Jardín de Cactus einen 8 Meter hohen Kaktus, der direkt an er Straße steht? Dann lasst euch nicht irren. Der giftgrüne Kaktus ist keineswegs echt, sondern eine massive Skulptur aus Eisen, die nur dafür da ist, Besuchern den Weg zu weisen.

Direkt hier könnt ihr von der Straße auf den kostenlosen Parkplatz abfahren. Der Eingang befindet sich direkt gegenüber vom Eisenkaktus.

Kombiticket

Für die meisten Besucher des Jardín de Cactus wird sich das Multi-Ticket von CACT lohnen. Du erhältst das CACT-Ticket an der Kasse des Kakteengartens. Mit diesem Eintrittsticket kann man gleich mehrere Sehenswürdigkeiten auf Lanzarote besichtigen und spart dabei jede Menge Geld im Vergleich zum Einzelkauf.

Wir empfehlen ein CACT-Ticket für 3, 4 oder 6 Sehenswürdigkeiten zum Sparpreis zu kaufen. Es ist ab dem Kaufdatum für 14 Tage gültig. Der Vorteil: So kann man beim Besuch bis zu 12,50 € sparen. Zum Beispiel kann man gleich mehrere Sehenswürdigkeiten von César Manrique in Lanzarote miteinander verbinden, z.B. den Jardín de Cactus mit Jameos del Agua und Mirador del Rio und den Montañas del Fuego (Feuerberge im Timanfaya Nationalpark).

Zur Auswahl stehen folgende 6 Lanzarote Sehenswürdigkeiten:

  • Montañas del Fuego
  • Jameos del Agua
  • Cueva de los Verdes
  • Mirador del Río
  • Jardín de Cactus
  • Museo Internacional de Arte Contemporáneo – Castillo San José

Die Kombitickets für die Sehenswürdigkeiten in Lanzarote sind an den Kassen der Sehenswürdigkeiten erhältlich.

Wichtige Infos

Einzelne Eintrittspreise:

Wenn ihr euch gegen das Kombiticket entscheidet, könnt ihr auch einzelne Tickets direkt vor Ort kaufen.

  • Erwachsene: 6,50 Euro; Kinder von 7 bis 12 Jahren: 3,25 Euro
  • Erwachsene Bewohner der Kanarischen Inseln: 5,20 Euro
  • Minderjährige Bewohner der Kanarischen Inseln: 2,60 Euro
  • Bewohner von Lanzarote: 1,00 Euro
  • 30 % Ermäßigung auf den Eintrittspreis für Personen mit Behinderung bei Vorlage des Ausweises

Öffnungszeiten:

Wie sind die Öffnungszeiten des Jardin de Cactus?

Der botanische Garten ist täglich von 10:00 bis 17:45 Uhr geöffnet, von 15.07. bis 15.09 schon um 9 Uhr. Die Öffnungszeiten der Cafeteria sind von 10:00 bis 16:45 Uhr.

Um welche Uhrzeit sollte man den Kaktusgarten am besten besuchen?

Wir empfehlen einen Besuch entweder früh morgens (10-11 Uhr)oder am späten Nachmittag (ab 15:30 Uhr). So umgeht man die großen Reisebusse, die meist ab 11 Uhr und rund um die Mittagszeit den Jardin de Catus anfahren. Auch ist das Licht morgens und abends schöner.Blick über den Kaktusgarten von Manrique

Anreise:

Wo liegt der Jardín de Cactus in Lanzarote? Der Kakteengarten befindet sich am nördlichen Ortsrand von Guatiza in Richtung Mala und ist gut mit dem Auto zu erreichen. Am besten hält man sich an die braunen Schilder.

Von der LZ-1 kommend, biegt ihr auf die Avenida Garafía ab, die euch direkt bis zum Kaktusgarten führt.

Mietwagen auf Lanzarote:

Wer Urlaub auf Lanzarote macht, leiht sich am besten einen Mietwagen. Um fahren zu dürfen, reicht auf den Kanarischen Inseln (die zu Spanien gehören) ein nationaler Führerschein aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz.

Am besten bucht ihr eure Mietwagen für Lanzarote möglichst weit im Voraus, um den besten Preis zu erhalten. Unser Tipp: Geht dafür über das Vergleichsportal von Billiger Mietwagen. Dort findet ihr nicht nur die besten Preise, sondern könnt die einzelnen Anbieter ganz einfach miteinander vergleichen.

Die genaue Adresse lautet:
Jardin de Cactus, Carretera General del Norte, s/n, 35530 Guatiza, Lanzarote.

Geführte Tour zum Jardín de Cactus:

Wer lieber eine geführte Tagestour macht, kann den Jardín de Cactus auch im Rahmen eines Tagesausflugs besuchen. Dabei besichtigt man gleich mehrere berühmte Sehenswürdigkeiten von César Manrique in Lanzarote.

Besucht wird neben dem Jardín de Cactus die Höhle von Jameos del Agua, das Monumento al Campensino, den Mirador del Rio, die Lavaröhre Cueva de los Verdes und das beeindruckende Haus Manriques.

Mehr Informationen & Buchung

Häufige Fragen

Erwachsene und Jugendliche ab 13 Jahren zahlen 6,50 Euro Eintritt. Kinder zwischen 7 und 12 Jahren zahlen nur 3,25 Euro und Kinder unter 7 Jahren haben freien Eintritt in den Kaktusgarten. Einwohner von Lanzarote zahlen nur 1 Euro. Es gibt 30 % Ermäßigung auf den Eintrittspreis für Personen mit Behinderung bei Vorlage des Ausweises.

Ja, direkt an der Straße und neben dem Eingang befindet sich ein recht großer Parkplatz für Autos und Fahrräder.

Besonders schön ist der Kaktusgarten Jardín de Cactus früh morgens oder am späten Nachmittag – genau dann steht die Sonne noch tief und das Licht ist angenehm sanft.

Besuchsdauer: Für den Besuch des Jardin de Cactus solltet man etwa eine Stunde einplanen. Wer im Café-Restaurant etwas essen oder trinken will, sollte mit mehr Zeit vor Ort rechnen.

Im Frühling blühen die meisten Kakteenarten. Der Garten ist daher meist bis weit in den Juni hinein besonders schön. Auch zu anderen Jahreszeiten lohnt sich der Besuch.

Der Kaktusgarten ist ein tolles Highlight für Kinder, vor allem weil die Kakteen enorme Ausmaße annehmen. Man sollte Kindern im Jardín de Cactus aber unbedingt davon abhalten, die Kakteen anzufassen, was zu schlimmen Verletzungen führen kann. Es gibt Wickeltische in den Toilettenräumen und Babystühle in der Cafeteria.

Ja, und zwar ganz besonders schöne. Denn die Toilettenschilder der Toiletten bei der Cafeteria kommen im gewitzten Designs von César Manrique daher.

Tipps & Anregungen?

Habt ihr nich Fragen zum Kaktusgarten in Lanzarote oder wart ihr vielleicht sogar selbst schonmal da? Wir freuen uns auf eurer Kommentar.

Beitrag teilen

Teilen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.